Kostenerstattungsverfahren

Was ist das Kostenerstattungsverfahren in der Psychotherapie?

Kostenerstattung ist eine Möglichkeit der Abrechnung von Therapiesitzungen bei Psychotherapeuten, die keine Kassenzulassung haben.

In Deutschland haben Sie einen Anspruch auf Behandlung, der durch die gesetzliche Krankenversicherung abgedeckt ist. Wenn es keinen freien Therapieplatz bei kassenzugelassenen Therapeuten gibt, können Sie sich auch bei Psychotherapeuten ohne Kassenzulassung behandeln lassen. Voraussetzung ist die gleiche Qualifikation  (Approbation zum Psychologischen Psychotherapeuten und Ausbildung in einem Richtlinienverfahren, wie z.B. Verhaltenstherapie).

Ihre Krankenkasse ist verpflichtet, die entstandenen Kosten zu erstatten, wenn Sie 5 niedergelassene Therapeuten angefragt haben und diese Ihnen eine Wartezeit von über 3 Monaten genannt haben. Dies gilt per Gesetz als unzumutbar (SGB V §13). Um eine Therapie zu beginnen, stellen Sie einen Antrag bei Ihrer Kasse auf Kostenerstattung der Sitzungen. Stimmt die Kasse dem Kostenerstattungs­verfahren zu, kann die Behandlung beginnen. Sie bekommen dann eine Rechnung für die psychotherapeutischen Leistungen vom Therapeuten selbst und bekommen diese Kosten dann von Ihrer Kasse zurückerstattet.

Detailiertere  Information: http://www.psychotherapeutenkammer-berlin.de/show/5440274.html?searchshow=kostenerstattung

Wie funktioniert das Kostenerstattungsverfahren genau?

1. Schritt: Kontakt mit Ihrer Krankenkasse aufnehmen

Reden Sie - persönlich, telefonisch oder schriftlich - mit einem Sachbearbeiter Ihrer gesetzlichen Krankenkasse und lassen Sie sich erklären, wie Sie erfolgreich einen Antrag auf Kostenerstattung für Psychotherapie stellen können. Außer der AOK, Barmer und DAK stehen die meisten Kassen diesem Anliegen positiv gegenüber.

2. Schritt: Psychotherapie- Ablehnungen dokumentieren

Dokumentieren Sie Ihre bisherigen Telefonate mit den kassenzugelassenen Psychotherapeuten (mindestens 5, besser 7)  die bisher keine Kapazität für Sie hatten (Name, Datum und Dauer der genannten Wartezeit bzw. Ergebnis der Telefonate).

3. Schritt: Erstgespräch mit mir

Wir treffen uns zu einem Vorgespräch und lernen uns erst einmal kennen. Ich kann mir  einen Einblick darüber verschaffen, wie Art und Umfang der Behandlung beschaffen sein sollte, um Ihnen möglichst gut zu helfen. Sie können alle Fragen stellen, die Sie bewegen.

Außerdem können wir die weiteren Modalitäten mit ihrer Krankenkasse besprechen. (Welche Unterlagen sind erforderlich, wo brauchen Sie noch Unterstützung, welche Vorlagen kann ich Ihnen noch geben)

4. Schritt: Notwendigkeitsbescheinigung

Dies erfordert einen Besuch bei Ihrem Hausarzt oder Psychiater/Nervenarzt. Bitten Sie Ihren Arzt darum, dass er Ihnen in einer kurzen schriftlichen Stellungnahme die Notwendigkeit/Dringlichkeit einer psychotherapeutischen Behandlung bescheinigt. (Vorlage bei mir erhältlich)

5. Schritt: Psychotherapieantrag stellen

Wenn alle Unterlagen beisammen sind, stellen wir einen formlosen schriftlichen „Antrag auf Kostenerstattung für Psychotherapie“, in dem Sie darauf verweisen, dass zur Zeit in Ihrer Nähe kein Psychotherapiebeginn möglich ist, aber in meiner Praxis die Behandlung sofort beginnen kann. (Eine Vorlage dafür können Sie von mir erhalten.) Auch ich muss dann noch einen Antrag für die Krankenkasse mit der geplanten Sitzungsanzahl ausfüllen und dazu eine Begründung schreiben. Alle Unterlagen schicken Sie zu Ihrer Kasse.

Die Krankenkasse wird Ihnen dann recht schnell mitteilen, ob probatorische Sitzungen (5 Probesitzungen) stattfinden können, dann wird in der Regel auch die Therapie bewilligt.

Nach den Probesitzungen werde ich dann die geplante Psychotherapie in einem „Bericht an den Gutachter“ begründen und an Ihre Kasse schicken. (Dieses Schritt ist bei jeder Psychotherapie notwendig.)

Die Behandlung beginnt, wenn Ihre Krankenkasse die Übernahme der Kosten zusichert.

Dies alles hört sich komplizierter an, als es der Erfahrung nach ist. In den meisten Fällen ist der Antrag erfolgreich und es erfolgt eine Bewilligung und eine Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse.